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Corona-Warn-App: Ist sie wirklich sicher? Alle wichtigen Infos – Die Corona-Warn-App ist seit Dienstag nutzbar. Gibt es eine App-Pflicht? Wie viel Sicherheit bringt die Anwendung? Die Berliner Morgenpost klärt auf.

  • Seit Dienstagmorgen ist die Corona-Warn-App der Bundesregierung am Start – nach vielen Verzögerungen
  • Das Ziel der App: Infektionsketten sollen leichter identifiziert und Corona-Neu-Infektionen besser vermieden werden
  • Fest steht: Um den vollen gewünschten Effekt bei der Eindämmung der Infektionen zu erzielen, müssten sich mindestens 60 Prozent der Bevölkerung beteiligen
  • Gibt es eine Corona-App-Pflicht? Wie viel Akku frisst die Anwendung? Hilft die App wirklich, das Coronavirus in Deutschland einzudämmen? Wir beantworten alle Fragen rund um die Tracing-App

Eigentlich sollte sie schon lange im Kampf gegen die Corona-Pandemie helfen, doch erst jetzt, nach mehreren Extrarunden auf den Schreibtischen der Entwickler, ging die staatliche Corona-Tracing-App wirklich an den Start.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) machte deutlich, dass die freiwillige App zum digitalen Nachverfolgen von Infektionsketten technisch attraktiv gestaltet werden sollte, um eine breite Nutzung zu erreichen. Aus der Opposition kam Kritik am wochenlangen Vorlauf. Laut Gesundheitsministerium wurde die App bereits sechs Millionen Mal heruntergeladen (Stand 17. Juni, 10 Uhr).

Immer wieder verzögerte sich der Start der Corona-Warn-App. Erst hieß es: Im April kommt sie. Dann Mai. Jetzt ist es also Mitte Juni geworden. Wie soll die App helfen? Bringt sie wirklich mehr Sicherheit? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Corona-Warn-App: Was soll sie leisten?

Mithilfe der Corona-Warn-App sollen Menschen nachträglich darüber informiert werden, wenn sie sich in der Nähe von Personen aufgehalten haben, bei denen ein positiver Corona-Test vorliegt.

Als Nutzer erfährt man nicht, um welche Person es sich dabei handelte. Die App sagt einem ebenfalls nicht, ob man sich in einem bestimmten Moment gerade neben einem infizierten Menschen aufhält. Die App ersetzt auch nicht die geltenden Abstandsregeln.

Um den vollen gewünschten Effekt bei der Eindämmung der Infektionen zu erzielen, müssten sich mindestens 60 Prozent der Bevölkerung beteiligen. Von dieser Zahl geht eine Studie der Universität Oxford aus. Doch Experten betonen: Jede Installation zählt. Positive Effekte würden sich auch bei einer deutlich geringeren Nutzerzahl zeigen.

 

Wie funktioniert die Corona-Warn-App?

Ist die App auf dem Smartphone installiert, sendet das Gerät über den Funkstandard Bluetooth laufend eine zufällig generierte Identifikationsnummer (ID) in die nähere Umgebung. Parallel dazu prüft das Gerät fortlaufend, ob und wie lange es Bluetooth-Signale von anderen Smartphones in der Nähe empfängt.

Sobald sich zwei Nutzer mit laufender Corona-Warn-App für eine gewisse Zeit in geringem Abstand zueinander aufhalten, tauschen beide Smartphones ihre ID-Nummern aus.

Wird ein App-Nutzer positiv getestet wird, kann er dies in der App melden. Falschmeldungen sollen verhindert werden. Daher erhält der nachweislich Infizierte vom Gesundheitsamt einen Code zur Verifikation, den er bei der Meldung mit angeben muss.

Setzt der infizierte Nutzer eine Meldung per App ab, geht eine Warnung an alle App-Nutzer raus, die sich in vergangenen 14 Tagen mindestens zehn Minuten lang oder im kritischen Abstand von unter zwei Metern neben der Person aufgehalten haben. Die Kontaktierten können sich dann an das örtliche Gesundheitsamt wenden.

 

Corona-Warn-App: Kann man damit überwacht werden?

Nein, das ist quasi ausgeschlossen. Der Quell-Code der App kann auf der Plattform GitHub transparent eingesehen werden. Bei etlichen Analysen des Codes wurden keine Hintertüren oder andere Anomalien entdeckt.

Über Wochen wurde gestritten, ob die Daten der Nutzer zentral auf Servern der Gesundheitsbehörden gespeichert werden sollen. Mehrere Datenschützer, aber auch IT-Fachleute warnten vor der Gefahr einer Massenüberwachung und des Datenmissbrauchs. Am Ende schloss die Regierung diesen Weg aus. All das verzögerte auch die Entwicklung der App.

 

Coronavirus: Kommt bald eine Corona-App-Pflicht?

Nein, das Herunterladen und die Nutzung der Corona-Warn-App geschieht laut Bundesregierung ausdrücklich freiwillig. Nicht jeder besitzt außerdem ein Smartphone mit Bluetooth. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Personen durch die Nicht-Nutzung Nachteile entstehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte schon im April klargemacht, dass die Nutzung einer App nur freiwillig sein könne. Doch gerade aus ihrer Partei gab es immer wieder Stimmen, die das infrage gestellt haben. Der Vizechef der Unionsfraktion, Thorsten Frei, schlug etwa Steuervorteile für Menschen vor, die die Warn-App nutzen.

Vorschläge wie dieser stellten die Freiwilligkeit infrage, warnte dagegen der Verein Digitale Gesellschaft, der sich für Bürger- und Verbraucherrechte online einsetzt. Der Erwartungsdruck an jeden Nutzer, die App zu installieren, sei schon jetzt groß, heißt es in einem offenen Brief. In Zukunft könne die Nutzung sogar zur gesellschaftlichen Norm werden.

„Menschen, die die App bewusst ablehnen, und diejenigen, die sie gar nicht benutzen können, da sie kein kompatibles Smartphone besitzen oder sich keines leisten können, könnten von anderen geächtet werden.“

 

Wie berechnet die Warn-App das Infektionsrisiko?

Ob sich ein Mensch neben einer infizierten Person ansteckt, hängt laut Forschern von mehreren Umständen ab. Das reale Risiko will die Warn-App mathematisch errechnen, anhand von vier Faktoren:

  • Wie lange ist das Treffen her?
  • Wie lange fand es statt?
  • Wie nah sind sich beide Personen anhand des Bluetooth-Signals gekommen?
  • Und wie infektiös war die Erkrankte Person einer Schätzung zufolge beim Treffen.

Multipliziert ergeben diese Faktoren laut der App-Entwickler einen Risikowert, genannt „Risk Score“. Überschreitet dieser einen vom Robert Koch-Institut bestimmten Grenzwert, bekommt der Nutzer auf seinem Smartphone eine allgemeinverständliche Meldung angezeigt.

 

Was passiert, wenn man einen Alarm bekommt?

Wer einen Alarm über die Corona-Warn-App erhält, soll auch ohne Symptome kostenlos getestet werden, wie der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, der „Rheinischen Post“ versicherte. „Wir haben gemeinsam mit den Krankenkassen innerhalb weniger Tage die Grundlage dafür geschaffen, dass niedergelassene Ärzte – meistens Hausärzte – diejenigen Patienten testen können, die mittels der Corona-Warn-App über einen kritischen Kontakt zu einem Infizierten informiert wurden“, sagte Gassen.

 

Wie viele Menschen müssen die Corona-App nutzen, damit sie hilft?

Eine Studie aus Oxford sagt, dass der volle Effekt erst dann erreicht wird, wenn sich 60 Prozent der Bevölkerung oder mehr beteiligen. Das wird aber vermutlich nicht zu erreichen sein. Gut 30 Prozent der Deutschen besitzen gar kein Smartphone.

Sie können also auch keine App installieren. Und selbst eine populäre App wie WhatsApp hat Jahre gebraucht, um eine so hohe Installationsquote zu erreichen. Aber Experten weisen auch darauf hin, dass jede Installation zählt und Effekte schon bei einer deutlich niedrigeren Quote erreicht werden können.

 

Corona-App: Wie funktioniert das Tracing?

Mit der App soll der Nutzer nachverfolgen, ob er Kontakt zu Infizierten hatte. Jeder sendet Signale von seinem Handy, jeder empfängt Meldungen – im Café, beim Spaziergang, im Supermarkt. Es ist ein noch nie da gewesenes Gesundheits-„Tracing“ der Gesellschaft.

Einmal eingeschaltet, sendet und empfängt das Handy per Bluetooth-Technik Signale anderer Handys. Die eigene App speichert die anonymisierten Identifikationsnummern anderer App-Nutzer in der Nähe – die IDs.

In regelmäßigen Abständen gleicht die App die gespeicherten Nummern mit einer Liste von IDs von Nutzern ab, die sich als infiziert gemeldet haben. Im Ernstfall schlägt die App Alarm – und liefert Handlungsempfehlungen dazu. Wie diese konkret aussehen, darüber sagt das Konzept wenig: „Hier kann zum Beispiel die Kontaktaufnahme mit ärztlichem Fachpersonal, mit dem zuständigen Gesundheitsamt und/oder die freiwillige häusliche Isolation empfohlen werden“, heißt es in der Veröffentlichung nur.

Wer selbst positiv getestet wird, hat die Möglichkeit, über die App andere zu informieren: Die zuletzt verwendeten anonymen IDs können Nutzer an den Server schicken, wo andere sie abgleichen können mit ihren eigenen Kontakten. Ob Infizierte das tatsächlich tun, bleibt ihnen überlassen.

 

Corona-Warn-App: Was sagt die Politik?

Die Skepsis gegenüber der App bleibt – sogar innerhalb der Regierungsparteien. Auch ein Ministerpräsident äußerte sich kritisch: „So wie die Corona-App jetzt auf den Weg gebracht worden ist, bringt sie keine ausreichende Sicherheit“, sagt Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer unserer Redaktion. „Wichtig ist für die Leute heute 1,50 Meter Abstand und Tragen von Mund-Nasen-Schutz.“

Auch Tabea Rößner, die Sprecherin der Grünen-Fraktion für Netzpolitik und Verbraucherschutz, hat Zweifel – und Fragen: „Habe ich denn einen Anspruch auf einen Test, wenn die App sagt, ich hatte Kontakt zu einer infizierten Person? Wenn das Gesundheitsamt mich in Quarantäne schickt, bin ich dann automatisch krankgeschrieben?“ Rößner warnt wie Kretschmer: Die Anwendung sei kein „Allheilmittel“. Man bekämpfe nicht mit ihr allein die Pandemie.

Es gebe bislang keine Belege dafür, dass Apps zur Kontaktnachverfolgung die Krankheit eindämmen können, sagte auch die SPD-Politikerin Birgitt Sippel. „Dafür gibt es aber ernsthafte Bedenken“, etwa beim Datenschutz. Der CDU-Abgeordnete Andreas Schwab sprach sich zwar für eine möglichst schnelle Einführung von Corona-Apps aus, das Wichtigste sei aber dennoch zunächst „Abstandhalten und Händewaschen“.

 

Was sagen EU-Abgeordnete zum möglichen Erfolg der Corona-App ?

Abgeordnete des EU-Parlaments haben vor zu hohen Erwartungen an Handy-Apps gegen die Corona-Pandemie gewarnt. „Nationale Regierungen präsentieren die Apps als Wunderwaffe gegen die Pandemie“, so die liberale Abgeordnete Sophie in ’t Veld. Aber das Dilemma, dass im Kampf gegen die Viruserkrankung der Schutz der Gesundheit und wirtschaftliche Interessen auf einen Nenner gebracht werden müssten, werde dadurch nicht gelöst.

 

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Quelle: Berliner Morgenpost, Online News, Maik Henschke, Theresa Martus und Christian Unger, 17. Juni 2020, Corona-Warn-App: Ist sie sicher? Alle wichtigen Infos

Bilder: ©  Stefan Jaitner / dpa